Wie wird Diabetes mellitus diagnostiziert?
Das Hauptsymptom von Diabetes mellitus ist der stets erhöhte Blutzuckerspiegel. Dies ist äußerlich natürlich nicht feststellbar, doch gibt es weitere Beschwerden, die auf eine Diabetes hinweisen können:
- übermäßiger Durst
- Leistungsabfall, Müdigkeit, Mattheit
- unerklärliche Gewichtsabnahme
- vermehrtes Wasserlassen
- Juckreiz und schlechte Wundheilung
- Beeinträchtigung des Sehens
- Anfälligkeit für Infektionen
In der Regel treten die Symptome bei Diabetikern des Typs 1 plötzlich und unerwartet auf. In sehr schweren Fällen können die Betroffenen sogar in ein diabetisches Koma fallen. Dies liegt darin begründet, dass bei Diabetes Typ 1 ein totaler Insulinmangel auftritt. Zunächst ist der Körper in der Lage, diesen durch die Diabeteserkrankung aufgetretenen Mangel auszugleichen, aber wenn erst einmal über 80 Prozent der insulinproduzierenden Zellen zerstört sind, ist dies nicht mehr möglich. Das System bricht in Folge der Diabeteserkrankung zusammen. Bei Diabetikern des Typs 2 beginnen die Beschwerden unmerklich. Dass die Betroffenen unter Diabetes leiden, wird daher oftmals erst nach Monaten, wenn nicht sogar nach Jahren und dann auch nur durch Zufall entdeckt.
Welche Untersuchungsmethoden stehen bei Diabetes mellitus zur Verfügung?
Suchen die von Diabetes Betroffenen mit oben genannten Beschwerden ihren behandelnden Arzt auf, so wird dieser zunächst eine Messung des Blutzuckerspiegels veranlassen. Dazu genügt ein kleiner Tropfen Blut aus der Fingerkuppe, der auf einen Blutzuckerteststreifen aufgebracht wird. Das Blutzuckermessgerät wertet den Teststreifen aus und zeigt die ermittelten Werte an. Ein normaler Blutzuckerspiegel liegt nüchtern bei unter 110 mg/dl Blut. Nach dem Essen kann dieser Wert auf 140 mg/dl oder mehr ansteigen. Liegt der Blutzuckerwert der Betroffenen zwischen 110 und 125 mg/dl, ist dies noch kein klassischer Diabetes, sondern eher ein Grenzfall. Dennoch ist hier eine regelmäßige Kontrolle nötig, um eine Verschlechterung des Zustandes frühzeitig zu erkennen. Werte über 126 mg/dl lassen eine Zuckererkrankung sehr wahrscheinlich erscheinen. Weisen die Betroffenen zudem die oben genannten typischen Symptome auf, gilt die Diagnose “Diabetes mellitus” als gesichert.
Ist eine Zuckererkrankung (Diabetes) aufgrund der Blutwerte nicht eindeutig zu ermitteln, kann ein sogenannter Zuckerbelastungstest (oraler Glucosetoleranztest = oGTT) weitere Klarheit bringen. Dieser Diabetestest bedarf einiger Vorbereitungen. Die Patienten ernähren sich drei Tage vor dem Test wie immer. Am Tag des Tests erscheinen die Betroffenen nüchtern. Sie dürfen mindestens 10 Stunden vorher nichts gegessen oder Zuckerhaltiges getrunken haben. Der Arzt misst dann den Nüchtern-Blutzucker. Im Anschluss daran trinken die Testpersonen ein Glas Zuckerwasser. Nach zwei Stunden wird wieder eine Blutzuckermessung vorgenommen. Anhand dieser Werte kann der behandelnde Arzt nun genau unterscheiden, ob Diabetes, eine Vorstufe von Diabetes oder sogar kein Diabetes vorliegt.
Harnuntersuchungen, die mittels Teststreifen Zucker im Urin nachweisen, werden heute eher selten gemacht. Das liegt daran, dass die hier ermittelten Ergebnisse weit ungenauer sind, als die der Blutuntersuchung.
Ist die Diagnose Diabetes mellitus gestellt, folgend weitere Untersuchungen:
- Kontrolle der Beine und Füße: Hier stellt der Arzt fest, inwieweit bereits Durchblutungsstörungen vorliegen (diabetische Füße).
- Kontrolle der Augen: Die dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte führen zu Veränderungen an den Gefäßen der Augen. Im schlimmsten Fall können diese Veränderungen bis zur Blindheit führen.
Darüber hinaus helfen Messungen der Nieren- und Blutfettwerte sowie der Nerven einen Überblick über den Fortschritt der Erkrankung zu gewinnen.
Melissa Seitz
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