Therapie von Diabetes
Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine nicht heilbare Stoffwechselerkrankung. Nichtsdestotrotz können Diabetiker mit der richtigen Therapie ein nahezu beschwerdefreies Leben führen. Grundvoraussetzung ist hier allerdings, dass die Betroffenen die Therapie ernst nehmen und sie konsequent in ihren Alltag integrieren.
Therapie von Diabetes Typ 1:
Da hier ein kompletter Insulinmangel vorliegt, ist die einzige Therapiemöglichkeit die künstliche Zuführung von Insulin. Dies geschieht entweder mittels Insulinspritzen, die sich die Betroffenen selbst setzen oder mithilfe einer Insulinpumpe, die durch einen Katheter Insulin in den Körper bringt. Bei der Medikation wird zwischen Humaninsulin und Analoginsulin unterschieden. Beide Wirkstoffe sind künstlich hergestellt. Das Humaninsulin ist mit dem menschlichen Insulin identisch und steht somit auch den Zellen in ähnlicher Geschwindigkeit zur Verfügung. Insulin-Analoga ähneln dem menschlichen Insulin, doch wurden sie so konzipiert, dass sie den Körperzellen schneller zur Verfügung stehen. Welche Insulin-Variante bei der Behandlung eingesetzt wird, ist individuell unterschiedlich und im Einzelfall zu entscheiden.
Therapie von Diabetes Typ 2:
Diabetes Typ 2 zeichnet sich durch eine gewisse Insulinresistenz kombiniert mit einer gehemmten Insulinausschüttung aus. Dies lässt sich durch eine Änderung des Lebensstils sehr gut beeinflussen. Eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung steigern die Insulinempfindlichkeit der Zellen. Hier genügt bereits eine ausgewogene Kost, die auch mal ein Stück Kuchen hin und wieder beinhalten kann. Ein halbstündiger Spaziergang täglich, regelmäßiges Schwimmen, leichte Fitness oder Ähnliches wirken sich ebenfalls positiv für Diabetes Patienten aus. Sind die von Diabetes Betroffenen übergewichtig, ist eine langsame aber konsequente Gewichtsreduktion empfehlenswert.
Führen die oben genannten Schritte nicht zum gewünschten Erfolg, können blutzuckersenkende Medikamente zur Therapie von Diabetes in Form von Tabletten hilfreich sein. Je nach individuellem Bedarf werden unterschiedliche Wirkungsformen verordnet:
- Stärkere Insulinausschüttung durch Anregung der Bauchspeicheldrüse
- Verlangsamung der Zuckeraufnahme aus dem Darm
- Hemmung der körpereigenen Zuckerproduktion
- Verbesserung der Insulinempfindlichkeit der Zellen
- Anregung der körpereigenen Blutzuckerkontrolle
In schweren und langjährigen Fällen von Diabetes Typ 2 kommt es vor, dass die Bauchspeicheldrüse im Laufe der Erkrankung die Insulinsynthese einstellt. Während vorher Insulin in mehr als ausreichender Menge produziert, aber von den Zellen nicht verarbeitet wurde, liegt dann ein kompletter Insulinmangel vor. Dieser ist nicht mehr mit Tabletten zu therapieren, sondern bedarf der künstlichen Zuführung von Insulin. Dies geschieht in gleicher Form wie bei Patienten mit Diabetes Typ 1 .
Bestimmung des HbA1c – Wertes:
Neben dem täglichen Messen des Blutzuckerspiegels, das die Betroffenen selbst und eigenverantwortlich erledigen, bestimmt der behandelnde Arzt in regelmäßigen Abständen (meist einmal pro Quartal) den HbA1c – Wert. Dieser Wert trägt auch den Namen Langzeitblutzuckerwert. Er beziffert, wie hoch der Anteil des „gezuckerten“ Hämoglobins am Gesamthämoglobin ist. Durch ihn lässt sich der durchschnittliche Zuckerwert über einen längeren Zeitraum unabhängig von den täglichen Schwankungen ermitteln. Bei Diabetikern liegt der therapeutische Wert bei unter 6,5 %.
Weitere Maßnahmen für Menschen mit Diabetes:
Neben der Therapie des Diabetes selbst steht bei den Betroffenen auch die Abwendung von Folgeerkrankungen im Vordergrund. Als wichtiger Therapiebaustein gehören daher eine regelmäßige Kontrolle gerade der Beine und Füße sowie eine jährliche Augenuntersuchung dazu. Im Rahmen sogenannter strukturierter Behandlungsprogramme (DMP = Disease-Management-Programm) bieten die gesetzlichen Krankenkassen auf spezielle Erkrankungen ausgerichtete Behandlungskonzepte, so auch für Diabetes mellitus. Ziel dieser Programme ist eine zielgerichtete und ineinander verzahnte Behandlung der Betroffenen. Informieren Sie sich einfach bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem behandelnden Arzt.
Melissa Seitz
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