Wissenswertes zum Thema Diabetes mellitus
Was ist Schwangerschaftsdiabetes?
Neben den bereits genannten klassischen Diabetes Typen 1 und 2, sollte auch der Schwangerschaftsdiabetes Erwähnung finden. Bei dieser Form von Diabetes weist die Mutter während der Schwangerschaft einen erhöhten Blutzuckerspiegel auf. Dieses Phänomen betrifft etwa 5% der werdenden Mütter und stellt sich meist im 7. Monat der Schwangerschaft ein. Da die Betroffenen in der Regel keine diabetischen Symptome verspüren, ist eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle Teil der Schwangerschaftsvorsorge. Der Schwangerschaftsdiabetes ist für die Mutter nicht dramatisch, doch kann er sich schädigend auf das Kind auswirken.
Auswirkungen von Schwangerschaftsdiabetes auf das Neugeborene:
- Das Risiko einer Fehlgeburt steigt.
- Das Neugeborene ist schwerer als 4.000 Gramm.
- Die inneren Organe sind vergrößert und nicht entsprechend ausgereift.
- Das Kind hat mit zu niedrigen Blutzucker- und Kalziumwerten zu kämpfen.
Der Schwangerschaftsdiabetes verschwindet nach der Geburt zwar in der Regel von allein, doch sollte er dennoch behandelt werden. Unbehandelt erhöht er das Risiko, dass das Kind nach der Geburt stirbt.
Um einen Diabetes während der Schwangerschaft zu therapieren, genügt es meist, wenn sich die werdende Mutter gesund und ausgewogen ernährt. Sollte dies nicht fruchten, kann eine Insulintherapie bis zum Ende der Schwangerschaft helfen.
Was bringt ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) Diabetikern des Typs 1 oder 2?
Sogenannte DMPs richten sich an Menschen, die bestimmte chronische Erkrankungen aufweisen. Neben Diabetes mellitus Typ 1 und 2 gibt es sie auch für koronare Herzerkrankungen (KHK), Asthma bronchiale, Brustkrebs und chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD). Der Gedanke dahinter ist, dass unser Gesundheitssystem eher auf die Behandlung akuter, klar umrissener Erkrankungen ausgelegt ist. Leiden die Patienten allerdings unter einer chronischen Erkrankung, die mehrere medizinische Bereiche betrifft, werden sie oftmals von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen, Kliniken und Reha-Einrichtungen betreut, die sich selten untereinander abstimmen. So sind dann die Betroffenen selbst diejenigen, die alles unter einen Hut bekommen müssen.
Hier setzt das DMP an. Ziel ist es, eine zentrale Stelle zu schaffen, die die Behandlung der Betroffenen koordiniert und bei der alle Fäden zusammenlaufen. Ist diese Stelle der Hausarzt, so hat dieser sich im Vorfeld entsprechend weiterqualifiziert, um dieser Aufgabe gerecht zu werden.
Aufgaben eines DMP:
- Die Betroffenen erhalten eine kontinuierliche und abgestimmte Behandlung und Betreuung.
- Die an der Behandlung mitwirkenden Ärzte, Kliniken, Reha-Einrichtungen, Apotheken koordinieren ihre Therapieschritte.
- Den Betroffenen werden zeitnahe Behandlungstermine ermöglicht, die zuständige Krankenkasse erinnert Arzt und Patient an wichtige Untersuchungstermine.
- Die Behandlung findet auf dem neusten Stand der medizinischen Kenntnisse statt. Eine regelmäßige Weiterbildung ist für die beteiligten Ärzte und Behandlungseinrichtungen selbstverständlich.
- Den Betroffenen werden in regelmäßig stattfindenden Schulungen neuste Erkenntnisse vermittelt.
- Im Laufe des Programms sollen unnötige Doppeluntersuchungen und Ähnliches vermieden und so die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden.
Die Teilnahme ist freiwillig. Dennoch kann solch ein strukturiertes Behandlungsprogramm z. B. Diabetikern helfen, ihre Erkrankung besser in ihren Alltag zu integrieren.
Ähnliches gilt für Selbsthilfegruppen und Diabetiker-Vereine, die Menschen mit Diabetes und ihren Angehörigen gern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Oftmals hilft den Betroffenen, wenn sie sich mit Leidensgenossen oder Menschen, die sich Zeit für eine ausgiebige Beratung nehmen, austauschen können.
Melissa Seitz
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